Autorentools eignen sich zum Erstellen von interaktiven Lernmodulen, die den Schüler dazu anregen sollen, selbstständig ein Thema zu erarbeiten oder zu wiederholen. Die meisten Autorentools bieten einen SCORM-Export an, so dass das Lernmodul in eine vorhandene Lernplattform (z.B. MOODLE) integriert werden kann und so dem Lehrer eine Rückmeldung über den Lernerfolg gegeben wird.
Die wohl bekanntesten Autorentools sind Authorware bwz. Director von Adobe (früher Macromedia). Jedoch sind beide für das Erstellen einfacher Lernmodule viel zu umfangreich und schwer zu erlernen, abgesehen vom hohen Preis, der für beide zu bezahlen wäre. Hier bieten sich folgende kostenlose Alternativen:
Mit eXe-Elearning (http://exelearning.org/) lassen sich interaktive Lerneinheiten erstellen, die als Website veröffentlicht oder als SCORM bwz. LMS-Paket in eine Lernplattform, z.B. MOODLE eingebunden werden können.
eXe ist OpenSource. Es steht auch als portable Version und für verschiedene Plattformen zur Verfügung.
eXe ist sehr leicht zu bedienen und eignet sich von daher auch gut für Schüler, um Projekte in Form einer Website zu präsentieren.
Es können Java-Applets, wie z.B. Geogebra (http://www.geogebra.org), integriert werden sowie verschiedene Multimediaelemente wie Flashs - ein Player für flv-Videos ist integriert -, Videos, Audios etc…
eXe bietet für das Feedback Lückentext und Multiple Choice Fragen.
Von Lernmodule.net gibt es eine angepasste Version mit erweiterten Testmöglichkeiten, die verbesserte SCORM-Kompatibilität bietet, so dass hier bei Nutzung einer Lernplattform detaillierte Auswertungen des Lernerfolges möglich sind.
eXe bietet verschiedene fertige Styles. Eigene Styles können mit css-Kenntnissen gut erstellt werden.
Die Quadratfunktion - Beispiel eines Lernmoduls in Form einer Website.
Tumrfalken - Beispiel für eine Projektpräsenation von Schülern mit eingebundenen Flashvideos.
Question Tools http://www.questiontools.org/ gibt es sowohl als Freeware als auch als (dann allerdings sehr teure) Bezahlversion. Die Freewareversion ist aber schon sehr leistungsfähig und in den meisten Fällen vollkommen ausreichend. Question Tools wird an vielen amerikanischen Universitäten als Testmodul benutzt. Question Tools gibt es nur in den Sprachen Englisch, Spanisch und Niederländisch.
Es können Videos und Sounddateien, Bild und Flashdateien eingebunden werden.
Question Tools bietet mehr Möglichkeiten an Fragen als eXe: Multiple Choice, Lücken, Wahr-falsch, Hotspots, Kurzantwort, Drag and Drop. Auch die Feedbackmöglichkeiten sind umfangreicher als bei eXe.
Auch Question Tools liefert einige fertige Vorlagen, die man jedoch nach belieben unkompliziert seinen eigenen Vorstellungen anpassen kann.
Ein weiteres Tool zur Erstellung von interaktiven Lerneinheiten ist CourseLab (www.courselab.com). Die erstellten Kurse können als SCORM-Pakete für Lernplattformen, als Websites oder auch auf CD-Rom veröffentlicht werden.
Es können Flashdateien, Flashvideos, Java Applets, Video- und Audiodateien in verschiedenen Formaten, Bilder eingebunden werden.
Multiple Choice, Single Choice, Textantwort, Zuordnungsübung, Reihenfolge.
CourseLab liefert fertige Templates, die in der Farbgebung beliebig angepasst werden können
CourseLab bietet die Möglichkeit, externe Dateien wie Word-Dokumente oder Excel-Tabellen zu integrieren.
Ferner bietet Courselab ein - allerdings nicht kostenloses - Plugin, um Powerpointpräsentationen zu importieren und weiterzuverarbeiten.
Am leichtesten zu bedienen ist wohl eXe Elearning. Question Tools und CourseLab sind in der Einarbeitung und Bedienung wohl gleich zu werten, etwas aufwändiger, beide nicht in deutscher Sprache, bieten aber gegenüber eXe mehr individuelle Gestaltungs- und Feedbackmöglichkeiten und eine Vorschau ohne dass man vorher das Projekt veröffentlichen muss.