Es ist heute eine Selbstverständlichkeit, dass multimediale Inhalte (sei es Audio oder Video) auf Webseiten angeboten werden. Doch die Art und Weise diese Inhalte zugänglich zu machen, ist keineswegs trivial. Hierzu ein paar Hintergrundinformationen.
Prinzipiell ist es auf einer Website immer möglich, dass multimediale Inhalte zum Download verlinkt werden, damit sich ein Besucher diese Dateien herunterladen und mit einem geeigneten Programm auf seinem System abspielen lassen kann. Dazu darf dann der Benutzer selbst entscheiden, mit welcher Software er die multimedialen Inhalte abspielt - und wann.
Wenn ein Seitenanbieter nun das Abspielen direkt auf der Website selbst ermöglichen möchte, dann wird es schon komplizierter. Je nach Dateiformat benötigt der Besucher in seinem Browser nun ein passendes Plugin, damit die Datei innerhalb der Website erfolgreich wiedergegeben werden kann. Ist ein solches Plugin nicht verfügbar, scheitert die Wiedergabe. Der Benutzer wird dann von seinem Browser auf die Notwendigkeit des fehlenden Plugins hingewiesen, manchmal sogar mit der Möglichkeit, diesen finden und installieren zu lassen.
Hier ist der Besucher nun nicht mehr frei in der Wahl seiner Wiedergabesoftware, sondern muss den auf der Website erzwungenen Plugin nutzen - oder kann eben diese Inhalte nicht sehen oder hören. Hier wäre es natürlich sehr hilfreich, wenn zur Sicherheit auch ein Download-Link neben der direkten Einbindung auf der Website angeboten wird, sodass im Falle des Scheiterns der Besucher zumindest über den Download an die Inhalte kommt.
Es gibt eine fast unüberschaubare Flut an Medienformaten. Viele Mediaplayer sind in der Lage eine beträchtliche Zahl dieser Formate auch wiederzugeben, jedoch nicht unbedingt alle. Der in Windows vorhandene Windows Mediaplayer kann zwar schon viel, bietet auch ein entsprechendes Plugin für Browser an, kann aber z.B. weder das Quicktime-Format, noch das Realplayer-Format abspielen.
Vor dem Aufkommen von Youtube und vergleichbaren Videoportalen hatten sich im Wesentlichen vier Formate auf Webseiten etabliert:
Allen diesen Formaten war gemein, dass man im Browser das passende Plugin haben musste, um diese Medientypen auf der Seite abspielen zu können. Seit mit dem Flash-Plugin auch MP3-Dateien (Audio) und seit der Version 7 entsprechend konvertierte MPEG-Dateien (Video) abspielbar geworden sind, und da das Flash-Plugin inzwischen eine enorme Verbreitung gefunden hat und zum quasi-Standard avanciert ist, finden sich immer mehr Lösungen, die allein auf das Flash-Plugin setzen, und die die anderen Formate nicht mehr in Betracht ziehen.
Da das Flash-Plugin kostenlos und für alle Browser und Betriebssysteme erhältlich ist, da es außerdem entsprechende Abspielprogramme in diesem Format gibt, die ebenso kostenlos erhältlich sind, ist es inzwischen „best practice“ geworden, multimediale Inhalte über diese Technologie in Webseiten einzubinden.
Eine sehr detaillierte Anleitung zum Einbinden von MP3-Dateien findet sich im SELFHTML-Raum, wo Marc Reichelt seinen EMFF als Lösung vorstellt: http://aktuell.de.selfhtml.org/artikel/grafik/flashmusik/
Für Video ist es nicht ganz so einfach, da Flash ein spezielles Format benötigt, in das eine Videodatei erst konvertiert werden muss, bevor ein in Flash geschriebener Player diese auch abspielen kann.
Als Konvertierungsprogramm ist der kostenlose RivaEncoder als Lösung zu empfehlen, der aus der Video-Datei eine FLV-Datei erstellt.
Oder aber auch der Any Video Konverter, den es auch als Freeware gibt und der noch mehr Videoformate unterstützt als der RivaEncoder.
Zum Abspielen auf der Website benötigt man dann noch eine SWF-Datei (der tatsächliche Player in Flash), die das konvertierte Video (die FLV-Datei) auf der Website nachlädt und abspielt. Sehr verbreitet ist der Player von Jeroen Wijering, der ebenso kostenlos erhältlich ist.
Youtube hat es im Prinzip vorgemacht. Mit der inzwischen so gut wie überall verfügbaren Flash-Technologie, die es als Plugin in so gut wie jedem Browser gibt, können multimediale Inhalte direkt auf Webseiten in einem einfach zu bedienendem Player abgespielt werden. Die notwendigen Konvertierungs- und Abspielprogramme sind im Internet kostenlos erhältlich, sodass dem modernen Multimediaangebot auf Webseiten nichts mehr im Wege steht.