In der Schule wird gelernt, auch eine Schulwebseite sollte, neben der Präsentation von Informationen über die Schule, auch diesen Aspekt berücksichtigen. In jahrelanger Praxis greifen viele Kollegen und Kolleginnen auf tolle Programme zurück, die aber teilweise nur wenig andere Menschen kennen. Hier soll daher eine Sammlung von tollen Programmen und eine Kurzbeschreibung bzw. Empfehlung im Hinblick auf die Nutzung beim Thema „Schulwebseiten“ erfolgen.
Gutes muss nicht teuer sein. Oft existieren kostenlose Programme im Internet, die sich sehr gut für bestimmte Aufgaben eignen, und mit manchem kostenpflichtigen Programm mithalten können. Als prominentestes Beispiel sei hier die kostenlose Office-Software OpenOffice genannt, die für vielfältige Büroaufgaben ein vollwertiger Ersatz für z.B. Microsofts Office ist und darüber hinaus auch noch dessen Dateiformate lesen und schreiben kann. Ferner bietet OpenOffice die Möglichkeit, Dokumente als pdf-Datei abzuspeichern, was bei MS Office erst ab Version 2007 möglich ist.
Für die Aufbereitung von Bildmaterial fürs Internet bietet sich das kostenlose IrfanView an, das die wichtigsten Funktionen hierfür und einiges mehr aufweist. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit der schnellen Stapelverarbeitung, d.h. der Konvertierung und Größenänderung von vielen Bildern auf einmal.
Für kreatives Zeichnen am PC wäre das relativ neue Programm Artweaver zu nennen, das in seiner Bedienung gängigen Bildbearbeitungsprogrammen sehr ähnlich und deshalb leicht erlernbar ist.
Wesentlich mächtiger (fast schon ein Konkurent zu Adobe Photoshop) ist Gimp, dessen Bedienung aber Windowsusern ungewohnt und daher schwierig vorkommen mag.
Alle oben genannten Programme gibt es auch als portable Versionen für den USB-Stick.
Getestete Version: 6 (Java) Download & Anbieter: http://hotpot.uvic.ca/
Kurzbeschreibung: Mit dieser Programmsammlung lassen sich interaktive Lernaufgaben mit vielfältigen Rätselformen erstellen. Die Software muss auf einem PC installiert werden, gibt es aber auch als portable Version (Bestandteil der digitalen Schultasche vom Medienzentrum Kassel, einer Softwaresammlung speziell für den schulischen Bereich für den USB-Stick). Mit ihr können dann sowohl Arbeitsblätter, als auch HTML-Dokumente für Internetpräsenzen erstellt werden. Für den nicht-kommerziellen Gebrauch ist Hot Potatoes kostenlos.
HotPoatoes setzt für seine Bedienung keinerlei Spezialkenntnisse voraus. So kann man Schüler (z.B. schon in Grundschulen erprobt) selbst mit der Erstellung von Übungen beauftragen, wodurch sie sich mit dem Lernstoff zusätzlich auseinandersetzen.
Großes Plus von Hotpotatoes ist die Möglichkeit eines vielseitigen antwortbezogenen Feedbacks. So kann bei Multiplechoicefragen je nach Antwort ein anderes Feedback gegeben werden, bei Kurzantwort können verschiedene Antworten vorgegeben werden, deren Gewichtung differenziert werden kann. So erhält ein Schüler mehr Rückmeldung über gemachte Fehler als nur „richtig“ oder „falsch“.
Beispiele für Mathematik findet man unter http://www.gymnasium-karlsbad.de/ueben_und_lernen/mathematik/ oder für Französisch (Hörverstehensübungen mit eingebundenen Videos) unter http://www.ashcombe.surrey.sch.uk/Curriculum/modlang/french/index_fr_video.htm
Ferner lässt sich Hotpotatoes vollständig in die Lernplattform MOODLE integrieren und gibt damit dem Lehrer die Rückmeldung über den Lernerfolg eines Schülers (z.B. hervorragend geeignet für individuelle Förderung schwacher Schüler).
Getestete Version: 4.2 Download & Anbieter: www.litschisoft.de
Kurzbeschreibung: Mit Quizpro können verschiedene multimediale Überprüfungen von Schulwissen erfolgen. Da auch Anfänger mit dem Programm schnell interaktive Tests auf Java-Basis (inkl. Sound & Bildern) erstellen können, welche sich sogar in eine Webseite einbinden lassen (z.B. als Multiple Choice-Test), erachte ich das Programm als besonders empfehlenswert.
Praxisbeispiel: Schulquizseiten der Alfred-Teves-Schule
Getestete Version: 1.2.57 Download & Anbieter: www.greeneclipsesoftware.com
Kurzbeschreibung: Mit Eclipsecrossword lassen sich schnell und einfach Kreuzworträtsel generieren, die dann wahlweise als interaktive Webseite, WMF oder RTF-Datei gespeichert werden kann. Die weitere Verwendung in Word, Powerpoint usw. ist natürlich entsprechend einfach. Die für die Kreuzgitter erstellten Wortlisten lassen sich jederzeit ergänzen oder ändern. Ein Top-Programm, auch für die Arbeit mit Schülern.
Praxisbeispiel: Schulquizseiten der Alfred-Teves-Schule
Download & Anbieter: http://www.felix-riesterer.de/main/seiten/quiz-script.html
Kurzbeschreibung: Das kostenlose JavaScript kann auf einer Website eingesetzt werden, um interaktive Lernaufgaben und/oder Rätsel anzubieten. Mehr zu dieser CMS-freundlichen bzw. CMS-unabhängigen Lösung im Artikel über Lernspiele.
Nicht immer ist kostenlose Software der Königsweg, daher sollten auch kostenpflichtige Programme vorgestellt werden. Wo Geld hilft, Zeit einzusparen, ist es sinnvoll ausgegeben - gerade für Lehrkräfte immer ein Argument, auch über kostenpflichtige Angebote nachzudenken.
Download & Anbieter: http://www.zarb.de/de/
Ein ehemaliger Lehrer hat für Microsoft Word eine Macrosammlung entwickelt, die direkt in Word bei der Erstellung von Arbeitsblättern benutzt werden kann, um aus Texten Lernaufgaben zu machen. Dabei reicht die Palette von Lückentexten, Wortsuchschlangen, über Kreuzworträtsel bis hin zu raffinierten Wortverdrehungsaufgaben. Eine „Ideenkiste“ ist auf der Anbieterseite eine Anlaufstelle, um sich noch mehr Funktionalität dieser Software nutzbar zu machen.
Eine Zarb-Version für die Textverarbeitung von OpenOffice ist in Arbeit.
Diskussion
Lösungen mit Iframes sind dringend zu vermeiden! Besucher, die über eine Suchmaschine zur Seite finden, sehen tatsächlich nur das HTML-Dokument, das im Iframe angezeigt werden sollte, ohne das „Drumherum“ zu Gesicht zu bekommen. Wer sich für weitere Problematiken rund um das Thema (I)Frames informieren will, belese sich hier: Subotnik: Warum Frames out sind (und es schon immer waren...)
Wir betreiben Hotpotatoes im Schulnetz. Zu Hause kann jeder Schüler es kostenlos nutzen. Meine Schüler haben alle die portable Version auf ihrem Stick. Am jeweiligen Gastrechner muss dann nur beim Start kurz der Lizenzschlüssel eingegeben werden. Es muss nicht installiert sein! Die meisten online-Rätsel sind mit Hotpotoatoes erstellt. Warum muss ein Quiz unbedingt im cms eingebunden sein? Ist es denn notwendig, derart beharrlich auf sein eigenes Produkt zu bestehen, das gegenüber Hotpotatoes einige Mängel hat? Warum muss ich unbedingt mehrere verschiedene Quizformen auf einer Seite haben? Mir ist das vielfältige Feedback viel wichtiger.
Dies trifft wohl eher auf QuizPro von litschisoft zu. Hotpotates war von Anfang an zur Erstellung von webbasierten Übungen gedacht!
Das Quizframework ist meines Erachtens bestenfalls für Grundschüler als reine Spielerei geeignet. Punkt!
Ich bitte rooster doch um mehr Objektivität und Sachlichkeit! Ich jedenfalls berichte sachlich über ein Produkt, mit dem ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe, das aber nicht von mir selbst stammt ;)
zu iframes: um auf anderen Servern ausgelagerte Inhalte in das CMS der Seminarseite einzubinden, wird mir sogar von Seiten des Kultusministerium empfohlen, iframs zu verwenden. Manchmal gibt es auch gute Gründe dafür. Und wenn ich über die Suchmaschine auf solch eine Seite stoße, kann ich immer noch in der Adressleiste des Browsers erkennen, wo ich gelandet bin. Außerdem kann ich dafür sorgen, dass sie nicht von einer Suchmaschine erfasst werden.
Ich denke, die meisten unter uns kennen sehr wohl die Problematik von Frames, aber manchmal lassen sie sich aufgrund der Gegebenheiten nicht immer vermeiden. Und da gilt es eben abzuwägen. So verwende ich Frames nach wie vor auf meiner privaten Seite, da mir dort kein php und somit nicht die Möglicheit eines cms zur Verfügung steht und ich nicht gewillt bin, bei einer Änderung in der Navigation hunderte von Seiten anzupassen. Und so geht es bestimmt vielen anderen Webmastern.
Sicherlich ist nicht alles, was machbar ist, unbedingt empfehlenswert, aber auf der anderen Seite ist nicht alles, was nicht unbedingt dem heutigen Standard entspricht, zu verdammen.
Und noch eine kleine Anmerkung: Die Art und Weise, wie etwas mitgeteilt wird, spielt auch eine große Rolle.
@Mirjam: Ich hatte beim Start dieses Themas von Anfang an etwas Probleme mit ständigen Änderungen hinsichtlich des „Produktplacements“ für das sehr subjektiv und aggressiv beworbene Quizframe-Ding von Rooster. Dies habe ich Felix oder Rooster auch per Mail unmissverständlich mitgeteilt. Wäre das Skript in die Liste integriert worden, ohne alle anderen Tipps herunter zu machen bzw. einfach zu akzeptieren, hätte doch niemand ein Problem. Mein Motto @Rooster: Immer locker bleiben, andere Meinungen respektieren und Sachlichkeit bewahren. Das sollte als Lehrer (?) ja kein Problem sein, ist ja unser Job
Das ist jetzt „objektiv“? Unter dem Gesichtspunkt der Angebotsvielfalt ist eine Webpräsenz mit Hot Potatoes weniger zugänglich gestaltbar, da für jede Aufgabe eine neue Seite besucht werden muss. Dafür bietet es ein differenzierteres Feedback. Es mag also ein geneigter Leser entscheiden, welche Alternative in diesem Bereich eher seiner Wahl entspricht.
Und das war jetzt auch „objektiv“? Die Implementierung im Wiki der ZUM ist also auch nur für Grundschüler? Dort arbeitet man übrigens mit mehreren Quiz-Mechanismen. Es bleibt also abzuwarten, welche sich dort bewähren.
Ich bemühe mich. Insbesondere verweise ich immer auf technische Aspekte, deretwegen ich Ergänzungen zu Artikeln verfasse. Man muss meine Auffassungen nicht immer teilen, aber ich hätte gerne fachliche Gegenargumente, anstelle von Polemik.
Aha, so sachlich wie oben zitiert? Und wo sind die „sachlichen“ Argumente, die in der Sache gegen meine Position sprechen? „Nicht das Gelbe vom Ei“, oder „Spielerei nur für Grundschüler“ empfinde ich nicht als fachliche/technische Argumente, sondern als Polemik. Aber vielleicht habe ich mich jetzt tatsächlich verlesen…
Warum genügt kein Link auf diese „ausgelagerten Inhalte“? Sie sind auf einem anderen Server, also kann man doch dorthin verweisen. Ein Besucher ist mit Sicherheit mündig genug, die üblichen Buttons seines Browsers zum Navigieren zu benutzen. Wenn man ihn auf seiner Seite „behalten“ will, braucht es keine Fenstertechnik, sondern Inhalte. Und einigermaßen geübte Surfer öffnen den Link dann entweder in einem neuen Tab oder Fenster, da der Link ja offensichtlich zu einer anderen Seite verweist. Daher bin ich noch nicht überzeugt, dass in diesem Falle Frames wirklich sein müssen.
Als technische Hilfestellung kann das Kultusministerium nur zu Frames raten, wenn denn die Inhalte wie zu der aktuellen Seite gehörig erscheinen sollen. Ob das aber wirklich so viel sinnvoller ist, als das eben beschriebene Szenario, scheint mir fraglich. Zumindest ist durch diese offizielle Anleitung die Frage nach der Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens (Urheberrecht!) einigermaßen geklärt.
Ich habe noch keinen kennengelernt. Und diese Meinung teile ich anscheinend mit sehr vielen professionellen Webentwicklern (siehe SELFHTML Archiv zu diesem Thema).
Das ist richtig. Unter dem Aspekt der Usability (und das ist auch bei Schulwebseiten ein Thema!) ist das aber nicht unproblematisch. Besonders bei weniger versierten Besuchern (nicht alle Schüler oder Eltern sind darin so fit) sind die typischen Inhaltsframe-Seiten immer wieder ein Orientierungsplroblem relativ zur technischen Versiertheit.
Ich bevorzuge, dass die Inhalte unserer Schule (oder auch meine eigenen) von einer Suchmaschine erfasst werden, damit Suchende diese auch finden können. So gesehen kann ich obigem Statement nicht so recht folgen.
Ja, Felix, in meinem Kommentar war ich bewusst nicht sachlich, um Ihnen zu zeigen, dass ich zu Ihren Produkten, trotzdem ich sie nicht bevorzugen würde, in Ihrem Artikel nicht die Nachteile aufgezählt habe. Hätten Sie einfach Ihr Quizframe nur neutral erwähnt ohne dabei andere Produkte abzuwerten, hätte ich mich nicht veranlasst gesehen, so zu reagieren. Kommentar ist ja schließlich nicht Artikel.
Meines Erachtens ist auch eine Äußerung wie „wesentlich unkompliziertere Lösung“ (siehe Moodle und Vertretungsplan) nicht sachlich (wertneutral), zumal der Verfasser dieser Zeilen das andere System ja nicht kennt, da er es nicht nutzt. Eine „andere unkomplizierte Lösung“ hätte da vollkommen genügt.
Versuchen Sie einfach mal Ihre Beiträge aus der Sicht anderer Artikelverfasser zu lesen und auf sich wirken zu lassen und nicht nur aus Ihrer eigener. Ich bin ja offensichtlich nicht die Einzige, der Ihre Art, Artikel zu ergänzen, nicht gefällt.
Bei technischen Themen interessieren mich zuallererst Fakten. Am meisten interessieren mich vergleichbare Fakten, technische Unterschiede, und bei verschiedenen Lösungen deren Vor- und Nachteile im Vergleich.
Meinungen interessieren mich bei technischen Themen erst dann, wenn verschiedene Lösungen existieren, die alle in etwa vergleichbar sind (sprich Vor- und Nachteile sich in etwa die Waage halten), und wenn sie einem nahezu identischen Zweck dienen. Ansonsten interessieren mich Meinungen bei technischen Themen ersteinmal überhaupt nicht, da Meinungen selten etwas mit den Fakten gemeinsam haben (Stichwort „Millionen Fliegen“).
Von einem Wiki-Artikel zu einem technischen Thema erwarte ich Fakten, und zwar so viele und genaue Fakten wie möglich. Sehen Sie das anders? Erwarten Sie eher Meinungen?
Meine Beiträge waren zu technischen Themen und sollten dort Fakten ergänzen. Keine Meinungen. Die darf sich jeder nach Durchsicht der Fakten selbst bilden. Je nach technischem Sachverständnis.
Genau so sehe ich das auch. Es ist halt einfach nur eine Frage der Art, wie man Fakten ergänzt ;) Aber dazu ist ja schon genug gesagt.