Der Einsatz von JavaScript auf Webseiten

Die Technologie von JavaScript ist eine Ergänzung für Webdokumente, die allerhand Effekte und Dynamik in eine Seite bringen kann. Dabei ist JavaScript als Scriptsprache ein sehr leistungsstarkes Werkzeug, mit dem sich viele sinnvolle Mechanismen entwickeln und auf einer Seite integrieren lassen. Jedoch hat diese Technologie auch ihre Grenzen und Schattenseiten. Dieser Artikel will den sinnvollen Einsatz von JavaScript näher behandeln, um typische Stolperfallen beim Einsatz von JavaScript auf Webseiten zu vermeiden helfen.
Anzeige

JavaScript ist nur optionale Ergänzung

Ein Umstand wird gerne ignoriert: JavaScript ist nicht für jeden Seitenbesucher verfügbar. Manche stellen die Ausführung von JavaScript ab, um unerwünschte Werbung auf Internetseiten zu verhindern. Auch werden damit Ausschnüffeleien über das Surfverhalten von Besuchern damit unterbunden. Nicht zuletzt werden noch immer Versuche unternommen, mittels JavaScript Schadsoftware auf einem Rechner zu installieren. Neben den menschlichen Besuchern gibt es auch eine Reihe von nichtmenschlichen Besuchern, die die Inhalte einer Internetseite durchforsten, um sie in einem Katalog oder einer Suchmaschine zu speichern. Auch diese Robots oder Spider genannten Programme beherrschen in der Regel kein JavaScript.

Daher ist es höchst fragwürdig, wenn man wesentliche Bedienelemente einer Seite (z.B. die Navigation) zwingend auf JavaScript aufbaut (Accordion Menüs etc.). Das Gleiche gilt für jede andere ergänzende Technologie, wie beispielsweise das Flash-Plugin, oder das PDF-Plugin des Acrobat Readers.

Gestalten Sie Ihre Seiten daher so, dass sie auch ohne JavaScript uneingeschränkt nutzbar sind! Sollten Sie JavaScript einsetzen, so sollten dadurch bestehende Handhabungen erleichtert werden, oder visuelle Effekte erzielt werden, die zwar ohne JavaScript fehlen, die aber die Erreichbarkeit der Inhalte keinesfalls einschränken.

Popup Fenster und neue Browserfenster

Noch immer führen viele Links auf Webseiten zu unerwarteten neuen Browserfenstern, in denen beispielsweise die Vollansicht eines Bildes, oder Hintergrundinformationen zu einem Sachverhalt dargeboten werden. Dieses Vorgehen ist für den Besucher störend! Außerdem ist im Zeitalter von Browsertabs nicht immer ein neues Fenster unbedingt auch ein neues Browserfenster, sondern vielleicht nur ein neues Tab in einem bestehenden Browserfenster. Damit ist das Navigieren für den Besucher empfindlich gestört, da er zusammengehörende Information unzusammenhängend präsentiert bekommt. Auch wenn JavaScript diese Möglichkeiten bietet, so ist ihr Einsatz mitunter sehr problematisch. Oftmals ist eine echte weiterverlinkung auf ein neues Dokument sinnvoller, als ein Popup zu öffnen.

Die Popup-Blocker, die entweder in den Browserprogrammen bereits integriert sind, oder die über eine Firewall-Software mitgeliefert werden, tun ihr Übriges, um solchen Unsinn auszubremsen.

Dynamik und visuelle Effekte

Nicht alles, was möglich ist, ist auch vorteilhaft und sinnvoll. Einige Effekte können auch ohne JavaScript erreicht werden, indem man CSS und passende Grafiken nutzt. Gerade bei visuellen Effekten kann die Rechenleistung des Computers überdurchschnittlich benötigt werden, nur weil mit JavaScript z.B. runde Ecken dargestellt werden sollen, was meistens durch das Erzeugen hunderter zusätzlicher Elemente auf der betroffenen Webseite erreicht wird und mit dieser erhöhten Rechenleistung „teuer erkauft“ werden muss.

Zum Glück sind die Zeiten weitestgehend vorbei, in denen alle möglichen Bildchen wild über die Seite fliegen mussten, um die Attraktivität zusätzlich zu steigern. Von jahreszeitlich bedingten Sommerblüten über Herbstlaub und Schneeflocken huschte damals alles Denkbare über den Viewport des Browsers. Nicht immer zur Erbauung des Besuchers. Jedoch scheinen noch immer blinkende und zappelnde Elemente manche Webseitenautoren magisch zu reizen…

Kontrolle über Fenstergröße und -position

Manche Seitenautoren wollen sicherstellen, dass ihre Webseite in exakt den Dimensionen auf dem Bildschirm des Besuchers dargestellt wird, die sie sich einbilden. Daher werden mittels JavaScript die Breite und Höhe des Browserfensters entsprechend angepasst, das Fenster auf dem Bildschirm eventuell gar noch zentriert - ob es dem Besucher gerade passt, oder nicht.

Manchmal begnügt sich so ein Autor auch darauf, das Fenster künstlich zu maximieren, auch wenn der Bildschirm des Besuchers vielleicht so breit ist, dass ein vernünftiges Lesen so nicht mehr gegeben ist. Oder aber der Besucher nutzt einen Bildschirm, dessen maximale Auflösung zugunsten einer größeren Schriftgröße nicht genutzt wird (z.B. bei Sehbehinderungen), sodass die gewollte Fenstergröße über das maximal Mögliche hinausgeht - mit den zu erwartenden Folgen: Der Besucher sieht Teile der Seite nicht.

Überlassen Sie diese Dinge bitte unbedingt dem Besucher! Er kennt seine Umgebung besser, als Sie!

künstliche Scrollbars und Schiebepfeile

Manche Designer möchten, dass bestimmte Bedienelemente wie Scrollbars oder Schaltflächen ihren visuellen Designvorstellungen entsprechen. Dafür werden dann mittels Grafiken und JavaScript bisher bekannte Bedienelemente nachgebaut, deren Benutzung völlig von JavaScript abhängig ist, und deren Verhalten nicht immer dem erwarteten entspricht. Nur um des Designers willen muss nun der Besucher mit diesen Krücken die Seite bedienen, ohne auf den bisherigen Komfort zurückgreifen zu können, den ihm die vertrauten und vom Betriebssystem in anderen Fällen ebenso angebotenen Bedienelemente ermöglichen würden.

Verzichten Sie darauf, bereits vorhandene GUI-Elemente neu nachzubilden!

Fazit

Auch wenn mit JavaScript beeindruckende Möglichkeiten für die Dynamik auf Webseiten möglich werden, so ist doch der Einsatz dieser Technologie mit Vorsicht und Bedacht zu überlegen. Selbst wenn so nützliche und verbreitete Dinge wie die Lightbox durch JavaScript überhaupt erst möglich geworden sind, so gibt es doch eine ganze Reihe von Scripten, die eher weniger sinnvoll funktionieren, und die den Seitenersteller dazu verleiten, seine Seite weniger barrierefrei zugänglich zu erstellen.


Anzeige

Mehr Artikel zu »Benutzerfreundlichkeit: Design«